schloss eckzahn
 
Eine wirklich schräge Vampir-Geschichte meine Lieben, das könnt ihr mir glauben!

Kurz um rissen, worum gehts: Die Zeiten, in denen die gierigen Blutsauger Jagd auf Menschen machen, um sie gnadenlos auszusaugen ist vorbei, dies liegt unter anderem wohl auch an Graf Müsli - welch ein vielversprechender Name :-) - und seinen Idealen..

 

Frank Rodgers

Schloss Eckzahn

 

Schloss Eckzahn ist das letzte Refugium für die verbliebenen Vampire, da die Menschen schon fast vergessen haben, dass es sie überhaupt gibt. Doch anstatt dass die Herrschaften mit den scharfen Beisserlein in den trauten vier Schlosswänden zusammen leben, gibts mächtig Zoff auf Schloss Eckzahn, vor allem zwischen Graf Müsli - seines Zeichens Vegetarier - und Graf Fibula - dem die "Wir-beissen-keine-Menschen-mehr" Ideale von Müsli echt gegen den Strich gehen und sein altes Dasein als erfolgreicher Blutsauger herbeisehnt! Eines steht für Fibula schon länger fest, Graf Müsli muss weg und das dringend! Doch wie soll er und seine dunklen Gesellen das schaffen?

Nicht zu viel verraten - jaja schon klar :-) Graf Müsli trifft auf alle Fälle auch auf einen Menschen, nämlich Joe, der den Vampir kurzerhand zu seiner Familie schleppt, die zufällig gerade an einem Vampirfilm arbeitet und vor Ort dreht :-)

Wie sich die "Dreiecksgeschichte" zwischen Graf Müsli, der Menschenfamilie und seinem Widersacher Graf Fibula gestaltet, lest ihr am Besten selbst nach - ich kann das Buch (sowie natürlich den 2ten Teil "Kampf um Schloss Eckzahn" wärmstens empfehlen! Eine wirklich lustige Vampirgeschichte, die als Taschenbuch erstmals nicht viel Kostet und nebenbei auch noch darüber berichtet, wie Diktaturen errichtet werden :-)

Frank Rodgers
Schloss Eckzahn
ISBN: 3407786662

(Lady Witchcraft)

 
 
Nachdem   ich den Judasschrein von Andreas Gruber gelesen hatte, war ich von dem Wort Judas dermaßen inspiriert, dass ich deshalb gleich im Anschluss den Judasfluch von Scott McBain gelesen habe. Deswegen möchte ich Euch einen kleinen Einblick in dieses Buch geben, da es mir ebenso gut gefallen hat! Abenteuer, Spiritualität, Mystik, Fantasie und Geschichte - alles in einem spannenden Thriller kombiniert.

 

Scott McBain

Der Judasfluch

 

Einst waren 30 Silberlinge der Lohn des Judas für seinen Verrat an Jesus. Doch nur mehr 27 Stück von diesen Münzen liegen sicher verwahrt in den Gräbern der Päpste Petrus und Silvester in Rom. Die letzten 3 davon sind verschollen. Sollte jemals eine dieser Münzen in die Welt gelangen, dann wird die Kirche vernichtet werden und die Seelen der Menschen werden verloren gehen. Dafür genügt nur ein Mensch, der Verrat an seinen Mitmenschen begeht und damit empfänglich für die Sache des Bösen wird. Und natürlich findet sich einer...

 

Die spannende Handlung spielt in Amerika und in Rom und beginnt mit einer Mischung aus Kriminologie, Psychologie, Familie und Universitätsalltag. Für den einen oder anderen kann der Anfang durchaus etwas langatmig wirken, die Einführung ist jedoch essenziell für den weiteren Verlauf der Geschichte. Die Handlung dreht sich um den Gerichtspsychiater Paul Stauffer, der von einer flüchtigen Bekannten eine alte Münze erhält. Doch damit beginnt das Verhängnis...

 

Bis zum Ende stellt sich die Frage, ob das Böse siegt und die Kirche untergeht.

Nur eines sei vorweggenommen - der überraschende Schluss enttäuscht nicht!

Im Großen und Ganzen ist der Judasfluch ein sehr spannender Roman, zugegeben es verliert sich ab und zu der rote Faden, doch es fesselt einen immer wieder aufs Neue und man kann kaum aufhören zu lesen. Der Autor, der unter einem Pseudonym schreibt, hat die Handlung mit einem religiösen und historischen Hintergrund versehen und mit der Grundentscheidung des Menschen zwischen Gut und Böse gekonnt zu einer packenden Story verbunden.

 

Man stellt sich immer wieder die Frage, ob der Mensch von Natur aus böse ist oder ob er nur durch äußere Einflüsse böse gemacht wird. Ebenso spielen Kirche und Machtfragen eine große Rolle – sehr spannende und aktuelle Themen. Es ist sehr beeindruckend zu lesen, wie das Prinzip der Macht einen Menschen verändern kann, wie das Verlangen danach zu einer Gier heranwächst und dadurch Dinge, die früher bedeutend waren in den Hintergrund rücken oder gar verschwinden. Macht Macht blind? Dazu findet bestimmt jeder seine eigenen Parallelen. Ist die Menschheit prinzipiell leicht beeinflussbar? Zeigt doch unserer Geschichte fast jedes Jahrhundert ein gleiches Verhaltensmuster in verschiedenen Größen. Bis zum heutigen Tag hat sich nichts daran geändert, oder vielleicht doch? Ein Blick in die Welt lässt doch immer wieder Zweifel aufkommen.

 

Der Judasfluch ist keine sehr anspruchsvolle Lektüre, aber extrem spannende Unterhaltung! Sehr empfehlenswert! Einige sehr lesenswerte und schlaflose Lesestunden sind vorprogrammiert!

 

So, jetzt ist es aber mal genug mit Judas! :-)

(Morrigan)

 

Wir zustören,

was wir am meisten lieben,

damit wir werden,

die wir sind-

die Betrüger der Menschheit.

 

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Der Judas-Schrein von Andreas Gruber ist in der Lovecraftserie des Festa Verlages erschienen. Das Buch ist eine spannende und interessante Mischung aus Kriminalroman und düsterem lovecraftschen Grauen. Der 460 Seiten lange Roman spielt in Wien und größtenteils im abgeschiedenen, ehemaligen Bergwerksdorf Grein am Gebirge. Gleich zu Beginn wird dort eine massiv verstümmelte Mädchenleiche entdeckt. Dem Wiener Chefinspektor Alexander Körner wird der brisante Fall übertragen.

 

Andreas Gruber

Der Judas-Schrein

 

Er nimmt mit seinem Team, bestehend aus einem Fotograph, Spurensicherer, Kriminalpsychologin und Gerichtmedizinerin die Ermittlungen auf. Dabei muss sich Körner nicht nur seiner eigenen persönlichen Vergangenheit stellen, sondern auch den feindlich zur Außenwelt eingestellten Dorfbewohnern und dem anhaltenden Dauerregen. Als mehrere Kinderleichen exhumiert werden müssen wird die Lage immer prekärer, da der Ort zu allem Unglück auch noch vom Hochwasser eingeschlossen wird und dadurch von der Außenwelt abgeschnitten ist.

Langsam aber sicher kommt die schreckliche, unvermeidbare Wahrheit ans Licht und der Lovecraftsche Part bekommt ab hier einen höhern Stellenwert. Das Mystische und Dunkle wird zunehmend stärker und das Morden geht weiter...

 

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und so gefesselt das ich kaum andere, wichtige Dinge in meiner spärlichen Freizeit erledigen konnte. Es war mir des Öfteren kaum möglich mit dem Lesen aufzuhören, in Erwartung der kommenden Ereignisse.

Der Judas-Schrein punktet mit dunklem Grauen, extremer Spannung und ausgefeilten Charakterbeschreibungen. Der Roman ist in fünf Teile mit übersichtlichen Kapiteln gegliedert, wobei jeder Teil einen Wochentag bildet. Dazwischen wird man immer wieder durch Rückblenden nach Grein im Gebirge, im Jahre 1937, versetzt. Bis zum Ende verliert das Buch nichts an seiner Wirkung und man wird durch immer neuere Wendungen überrascht. Und selbstverständlich erfährt man was es mit dem Judas-Schrein auf sich hat.

Aber mehr dazu soll an dieser Stelle nicht verraten werden… >:-)

Andres Gruber hat mit diesem Werk bewiesen, dass er das Zeug hat ein ganz berühmter Schriftsteller zu werden. Er hat für mich die dazu notwendige Begabung, schreibt sehr spannend und packend. Man lebt bei diesem sehr stimmig umgesetzten Buch regelrecht mit, für einen eingefleischten Lovecraft Fan hat es aber vielleicht eine Spur zuwenig Wahnsinn.

(Morrigan)

 

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Zugegeben,  während der ersten 30 Seiten war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Roman zu Ende lesen möchte! Der Erzählstil von Bjarne Reuter ist ausgezeichnet, der Zeitraum der Erzählung ist ebenfalls unbestritten spannend und interessant: ab dem Jahr 1348 ist man als Leser stiller Begleiter des Helden Guiseppe Pagamino, der als Herbalist, Arzt und Grabräuber durch die Toskana zieht – in einer Zeit, in der Italien von Pest und heiliger Inquisition beherrscht wird. Einziges und oberstes Ziel Pagaminos ist, die letzte Zutat zum Elixier des ewigen Lebens zu bekommen - den Fingernagel des Teufels!

 

Bjarne Reuter

Der Lügner von Umbrien

 

Mein Problem als Leser zu Beginn des Romans war, dass dieser schäbige gewissenlose und stets um keine Lüge verlegene erbärmliche alte Mann Pagamino ein solches Gefühl der Antipathie in mir auslöste, dass ich kaum weiter lesen wollte. Der Autor wollte aber scheinbar genau dieses Gefühl im Leser wecken, wahrlich eine interessante Erfahrung für den Leser, der eigentlich stets darum bemüht ist, sich in den Charakter und die Handlungsweisen des Helden hinein zu versetzten. Genau diese Abscheu vor dem üblen und niedrigen Charakter des Helden hat mich aber auf eine unerklärliche Art und Weise angezogen und fasziniert – ich habe den Roman bis zum Ende mit größter Begeisterung und binnen kürzester Zeit in mich aufgesogen.

Die Story gleicht der eines Abenteuerromans - Liebe, Tod, Habgier, Machthunger und Verrat bewegen das Gemüt in einem ständigen Wechselspiel der Gefühle. Obwohl man dem ehrlosen Helden ständig wünscht, er möge seine gerechte Strafe bekommen, hofft man andererseits immer wieder, dass er seinen kahlen Kopf aus der Schlinge ziehen möge, um ihn weiter auf dem Weg zu seinem Untergang beobachten zu können – ebenfalls keine sehr gute Eigenschaft! ;-)

Am meisten beeindruckt hat mich aber, dass man bis zum Ende des Romans nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden konnte, die ständige Suche nach den vielen Gestalten des Teufels trübt mit der Zeit das Urteilsvermögen. Ich möchte natürlich keine Details zum Ausgang des Romans verraten, nur so viel: die Gestalt des Teufels, die er in diesem Roman annimmt, ist bestimmt schon dem einen oder anderen begegnet – also hütet euch stets! Süß schmeckt das Verderben immer am besten…

(Justine)

 

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Kurz  gesagt ist Yann Martel's „Schiffbruch mit Tiger“ eine spannungsgeladene Geschichte, die von einer Meeresüberfahrt in einem Boot und vom "Tauziehen zwischen Mensch und Bestie", das sich zwischen den zwei Passagieren des Bootes, einem 16-jährigen Jungen und einem bengalischen Tiger, entspinnt. Aber dieses Buch ist nicht nur ein leicht zu lesender Abenteuerroman – es ist zugleich eine Parabel über den Glauben.

 

Yann Martel

Schiffbruch mit Tiger

 

Nach einem Sturm findet sich Pi Patel, der in Südindien als Sohn eines Zoodirektors aufwuchs, mit einem Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und einem Tiger namens Richard Parker in einem Rettungsboot wieder. Eine abenteuerliche, wundersame Reise beginnt… Im Laufe der Zeit dezimiert der Tiger die Gesellschaft der Schiffbrüchigen, bis schließlich nur mehr er selbst und der Junge übrig sind. Anschaulich und souverän schildert der Autor die Handlung zwischen Todesangst und listigen Überlebensstrategien, die immer wieder von bezaubernden und lehrreichen Natur- und Tierschilderungen durchbrochen wird.

Im Kern stehen die Wissenschaften der Zoologie und der Theologie – neben ausführlich recherchierten Fakten über das Leben und Verhalten von Tieren findet sich eine interessante Auseinandersetzung mit den 3 Weltreligionen.

 

Es geht um ein Nebeneinander unterschiedlicher Sichtweisen – um die Möglichkeit von Koexistenz ungleicher Ideologien.

Denn auf den ersten Blick sind es viele Geschichten die dieses Buch erzähl, aber eigentlich ist es nur eine, aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Über den Ausgang der Geschichte sei hier nichts verraten, er ist wahrscheinlich auch für jeden Leser ein anderer…

Am Besten ihr macht euch selbst ein Bild ;-)

(Lilith)

Lehrreich und witzig – fantasievoll, berührend und teilweise grausam

 

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Nach  „Illuminati“ bleibt Dan Brown dem Verschwörungsthriller treu und liefert erwartungsgemäß mit „Sakrileg“ einen neuen Bestseller ab. Dabei gerät der Symbolforscher Robert Langdon (auch schon eifrig bei „Illuminati“ ermittelnd) in dringenden Mordverdacht: der Direktor des Louvre wird in seinem Museum ermordet und hinterlässt mysteriöse Symbole, die über die Werke von Leonardo da Vinci zu einer mächtigen Verschwörung führen. Soweit zur Story.

 

Dan Brown

Sakrileg

 

Zugegeben, die Story klingt mager. Zudem ist „Sakrileg“ mäßig recherchiert, hat farblose eindimensionale Charaktere und ein eher enttäuschendes Ende. Bleibt also die Frage, wie hat es Dan Brown nun auf die Bestseller-Liste geschafft? Die Frage ist einfach zu beantworten: Das Buch liest sich phänomenal! Selten ist es mir passiert, dass ein Text so gnadenlos über die Seiten jagt, dass eine Geschichte so sauber in kurze Kapitel-Häppchen erzählt und so unterhaltsam präsentiert wird, wie „Sakrileg“.

 

Immer wieder wird man durch „Cliffhanger“ zum Umblättern bewegt, immer wieder weiß Dan Brown geschickt eine Schale vom großen Geheimnis preiszugeben – nie zuviel, nie zu wenig. Bei allem Ungeschick in Sachen Dramaturgie, Charakterbildung und Stilistik: wer noch eine passende Strandlektüre für den Sommer sucht, kann getrost zugreifen. „Sakrileg“ ist unterhaltend, hemmungslos spannend und sehr schön zu lesen. Bei aller Vorsicht mit Mega-Sellern – „Sakrileg“ ist kein Meisterwerk, es ist einfach spannend.

(Hohenstaufen)

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Der  Roman “Eismond” ist ein Kriminalroman der besonderen Art, ein kriminalistisches Psychogramm im Sinne von Patricia Highsmith. Wagner vergleicht auf eine sehr eindrucksvolle Weise das Seelenleben der beiden Protagonisten: Mörder und Kommissar. Verlust, Einsamkeit und Leere stellen die Verbindungslinie zwischen den beiden Charaktere dar, die sich im Laufe des Romans immer stärker annähern.

 

Jan Costin Wagner

Eismond

 

Der junge Kommissar Kimmo Joentaa ringt mit seiner plötzlichen Einsamkeit, die durch den Tod seiner Frau entstanden ist, auf eine so schrecklich reale Art, dass ich beim Lesen ständig Tränen in den Augen hatte. In diesem alptraumartigen Gefühlszustand soll er einen Mörder ausfindig machen, der in der finnischen Stadt Turku seine ahnungslosen Opfer im Schlaf erstickt.

 

Die Suche nach dem Täter wird nun für ihn Lebensinhalt. Stets mir dem Hintergedanken, dass ihn nach der Beendigung des Falles ein riesiges leeres Seelenloch erwartet. Durch diese seelische Ausnahmesituation gelingt es ihm aber auch, sich auf eine ganze besondere Weise in die Seele des Täters reinzufühlen. Die Lösung des Falles wird somit unvermeidlich – die gnadenlose Leere ebenfalls…

 

„Das Leben geht weiter…“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden“ sind die üblichen tröstenden Floskeln, die man nach dem Verlust einer geliebten Person zu hören bekommt. Dass dabei aber auch ein großer Teil der eigenen Seele stirbt, zeigt Wagner in seinem Roman schmerzhaft desillusionierend. Man neigt ständig dazu, sich zu fragen, wie man selbst in dieser Situation reagieren würde. Und hofft, dass es nie passieren wird…

 

„Eismond“ verstehe ich als Aufruf, sich permanent der eigenen Gegenwart bewusst zu sein, einer Gegenwart, der unausweichlich die Zukunft folgt. (Justine)

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Michel  Houllebecq schreibt in seinem ersten Roman über einen jungen, gutverdienenden Informatiker, der berufsbedingt, gemeinsam mit seinem Kollegen Tisserand, durch Frankreich zieht. Der EDV Spezialist, seit zwei Jahren ohne sexuelle Beziehung und sein Kollege, der aufgrund seiner Hässlichkeit mit 28 Jahren noch immer Jungfrau ist, versuchen abends in verschiedenen Discotheken „zwischenmenschliche Kontakte“ zu knüpfen. Leider vergebens. Die Annäherungsversuche wirken, besonders bei Tisserand, oft lächerlich. Doch die Handlung ist eigentlich nebensächlich.

 

Michel Houllebecq

Ausweitung der Kampfzone

 

Der namenlose Hauptdarsteller, der mit seinem Leben nicht zurecht kommt und seine Umwelt mit Verbitterung und Gleichgültigkeit betrachtet, stürzt in eine schwere Depression. Er empfindet sein Leben als trostlos und inhaltsleer.

 

„Ausweitung der Kampfzone“ ist ein zynischer Blick auf die konsum- und karriereorientierte Gesellschaft, in der zwar alles vorhanden ist, was man nicht braucht, jedoch nicht das was für das menschliche Glück notwendig ist. In der Zeit der sexuellen Freiheit gibt es, ebenso wie in der Marktwirtschaft, Gewinner und Verlierer. Menschen, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, bleibt ein erfüllendes Beziehungs- und Sexualleben verwehrt.

 

Mit seinen provozierenden Inhalten, scheint Houellebecq den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Ein durchaus intelligentes und realistisches Buch, das mit Sicherheit einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. (Claudia)

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David Foster Wallace beschreibt in seinem Roman, den man eigentlich besser einen bitterbösen und tiefschwarzen Reisebericht nennen sollte, die Torturen einer siebentägigen Luxuskreuzfahrt durch die Karibik. Die Tatsache, dass der Autor diese Reise wirklich miterleben musste (gegen Bezahlung), steigert das Grauen, das einem beim Lesen befällt, nur noch mehr. Sieben Tage lang mit spärlich bekleideten Amerikanern über 50 in einem Mikrokosmos der gekauften Fröhlichkeit eingesperrt – Dantes Version der Hölle erscheint einem im Vergleich wie ein Erholungsurlaub…

 

David Foster Wallace

Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

 

Wenn man sich beim Lesen immer wieder bewusst macht, dass man niemals, wirklich niemals in seinem Leben die Erfahrung einer solchen Kreuzfahrt selbst machen wird, dann bleibt einem auch bestimmt niemals das Lachen im Halse stecken…Wie schon der Titel sagt: „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich!“

Foster Wallace beschreibt zwar die Absurditäten und Auswüchse des „American Way of Life“, in Wirklichkeit ist die Nationalität absolut austauschbar. Die traurige Oberflächlich- und Wirklichkeit ist grenzüberschreitend und allgemeingültig… (Justine)

Die Waden dürften der einzige Körperteil sein, an dem man sich bei älteren Männern mehr Haare wünscht. Ist dieser fibulare Haarverlust die Folge jahrelangen Abriebs durch Hosen und Socken?“

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Wolfram Fleischhauers historischer Roman spielt in der Zeit vor der Französischen Revolution, philosophisch gesehen die Zeit der beginnenden Aufklärung. Mystische Zirkel und Geheimbünde stehen im krassen Gegensatz zu den modernen Ideologien der Aufklärer.

Oberflächlich betrachtet scheint der Roman zu Beginn ein spannender historischer Kriminalroman zu sein, der durch einen außerordentlich guten geschichtlichen Hintergrund beeindruckt und fesselt. Besonders skurril sind die Beschreibungen der damaligen medizinischen Methoden und Theorien – der Protagonist ist Arzt von Beruf.

Fleischhauer schafft es jedoch über die Ebene des Spannungsromans hinauszugehen und den Leser nach Beendigung des Buches mit einer offenen philosophischen Frage zurückzulassen...    (Justine)

Wolfram Fleischhauer

Das Buch in dem die Welt verschwand

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American Psycho ist sicher einer der umstrittensten Romane der 90er-Jahre. Nach seinem Erscheinen 1991 auf dem Index, heute jedoch frei verkäuflich, wurde er schließlich im Jahr 2000 verfilmt.

Die Geschichte handelt von dem 26 jährigen Wall Street Yuppie Patrick Bateman. Er ist attraktiv, erfolgreich und skrupellos.

Sein ganzes Leben dreht sich um Aussehen, Geld, Sex und Image. Koks, Talkshows und Besuche der angesagtesten Restaurants & Bars von Manhattan bestimmen seinen Alltag.

 

Bret Easton Ellis

American Psycho

 

Doch das Loch in seiner Seele ist damit nicht zu stopfen. Gelangweilt von seinem Leben und seiner Umgebung lebt er, unter dem Deckmantel der „normalen“ Existenz, unvorstellbare Grausamkeiten und sexuelle Phantasien aus. Bateman findet Gefallen daran, Obdachlose auf bestialische Weise zu quälen, Frauen zu schlachten oder kleine Kinder aufzuschlitzen. Ihn erregt das Ausüben von bloßer Gewalt, Brutalität und das Spritzen von Blut.

 

Der Schreibstil ist sehr nüchtern. Der Leser erfährt alles, was das Leben des Hauptdarstellers ausmacht. Dazu gehören die penible Aufzählung von Markennamen sowie die Schilderung der Morde in einer geradezu abstoßenden Detailfülle. In Batemans Welt ist kaum Platz für Emotionen, die Morde werden in einer erstaunlich kühlen Sachlichkeit beschrieben. Die anderen Personen im Buch wirken wie schöne leere Hüllen und als komplett austauschbar.

 

Klar ist: Dieses Buch ist faszinierend und schockierend zugleich. Kaum ein anderes Buch wurde so kontrovers behandelt wie dieses. Es sind die extremen Sex- und Gewaltszenen die American Psycho zu einem Skandalroman gemacht haben, doch dem aufmerksamen Leser bleibt nicht vorborgen was hinter der Oberfläche steckt. Es ist die unglaublich sozialkritische Darstellung unserer Konsumgesellschaft. Der Autor hält der Welt den Spiegel vor Augen. Obwohl es im Manhattan der 80er-Jahre spielt, ist dieses Thema noch immer topaktuell.

 

Es bleibt die Frage, was den wirklichen Horror des Buches ausmacht: die Oberflächlichkeit, die das Leben der Charaktere bestimmt, oder Batemans dunkle Geheimnisse...  (Claudia aka Gespielin)

 
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